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11.11.2021

Ganzheitliches Rettungskonzept für Arbeiten an Fassaden

Jede Minute zählt nach einem Absturz.

Laut Allgemeine Unfallversicherungsantstalt (AUVA) sind Sturz bzw. Absturz die zweithäufigste Ursache bei Arbeitsunfällen. 2020 verzeichnete die AUVA in diesem Bereich 15.232 Unfälle mit 17 Toten. Natürlich muss es das Ziel sein durch noch bessere Planung, Ausrüstung und Schulung diese Unfälle zu vermeiden. 

 

Passieren dennoch Unfälle, müssen Rettungsmaßnahmen professionell vorbereitet sein, um die Folgen möglichst gering zu halten. Eine fehlende Rettungskette führt im schlimmsten Fall sogar zum Tod des Verunglückten. 

 

In diesem Artikel erfahren Sie, wie Rettungskonzepte im Zusammenhang mit Fassadenarbeiten vorzubereiten sind und wie im Ernstfall die Rettungsmaßnahmen zu erfolgen haben.

 

 

Das ABC für ganzheitliche Rettungskonzepte 

Ausführliche Planung:
Eine professionelle Gefährdungsbeurteilung als Resultat einer Gefahrenanalyse und die Ausarbeitung eines entsprechenden Rettungskonzepts bilden die Basis der Fassadensicherung. Dabei werden sämtliche Gefahrenpunkte geprüft und das Rettungsequipment zusammengestellt, z. B. mitgeführtes und geeignetes Rettungshubgerät.

 

 

Bereitstellung der Rettungsmittel:

Zu den professionellen Rettungsmitteln zählen ein Rettungshubgerät oder ein Flaschenzugsystem. Sie müssen an jeder einzelnen Arbeitsposition und bei jedem eingesetzten Team auf der Baustelle zur Verfügung stehen, denn die Teams arbeiten in der Regel unabhängig voneinander.

 

 

Chronologisches Rettungskonzept:

Jeder Anwender muss das jeweilige Rettungskonzept verstehen und anwenden können. Ein Höhenarbeiter führt die Aufsicht (Level 3) und kontrolliert in regelmäßigen Abständen oder bei Arbeitswechsel die Rettungsmittel sowie die Gefährdungen. Außerdem geht er/sie vor jeder Anwendung und beim Wechsel mind. eines Anwenders das Rettungskonzept und die richtige Reihenfolge mit den Anwesenden durch. 

 

 

Durchsicht Rettungsset:

Die Lagerung des Rettungssets muss wohldurchdacht und organisiert sein, z. B. durch klare Trennung und Kennzeichnung der regulären Ausrüstung von den Rettungsmitteln in beispielsweise farblich klar getrennten Boxen. Die verantwortliche Person muss sicherstellen, dass nichts aus dem Rettungsset entfernt wird und alle Materialien vollständig und in einwandfreiem Zustand sind.

 

 

Einhaltung der Rettungswege:

Ob die abgestürzte Person vertikal (nach oben bzw. unten), horizontal (nach rechts bzw. links) oder diagonal gerettet wird, hängt von der zuvor durchgeführten Gefährdungsbeurteilung sowie dem darauf basierenden Rettungskonzept ab. Je nach Fassadentyp wird es notwendig sein, die hilflose Person für den Notarzt unter Einhaltung der situationsabhängigen Rettungswege in eine sichere Lage zu bringen, z. B. auf die Ebene 0.

 

 

First Aid

Der Retter überwacht die Vitalfunktionen der hilflosen Person und versorgt sie im Falle deren Bewusstlosigkeit mit den notwendigen Erste-Hilfe-Maßnahmen bis der Rettungsdienst vor Ort ist. Die hilflose Person wird mit Hinweis auf die Problematik des Hängetraumas an den Rettungsdienst übergeben. 

 

 

Gefahrensituation einschätzen

Von Rettung spricht man bei lebenden, von Bergung bei toten Personen. Auch ein gut durchdachtes, ganzheitliches Rettungskonzept stellt den Selbstschutz an vorderste Stelle, d. h. der Retter soll sich zu keinem Zeitpunkt selbst in Gefahr bringen. In manchen Fällen ist auch eine Selbstrettung möglich, d. h. die hilflose Person kann sich nach einem Absturz selbst aus der Gefahrensituation befreien.

 

 

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Rettungsmaßnahmen nach einem Absturz

Ein ganzheitliches Rettungskonzept sieht vor, dass alle Beteiligten im Falle eines Absturzes ruhig und kompetent die erforderlichen Rettungsmaßnahmen durchführen:

 

  1. Erkennen Sie die Situation und stellen Sie die Arbeiten ein. 
    Damit die abgestürzte Person so schnell wie möglich gerettet werden kann, ist es nötig, die Gefahrenlage und Situation schnell zu erfassen. Stellen Sie die Arbeiten umgehend ein und konzentrieren Sie sich auf die abgestürzte Person.
     
  2. Fragen Sie die hilflose Person, was los und was passiert ist. 
    Es ist wichtig, sich ein klares Bild über die Situation zu verschaffen, um angemessen reagieren zu können. 
     
  3. Wählen Sie den Notruf.
    Im Falle eines Unfalls sollte umgehend ein Notruf über das Headset oder Mobiltelefon abgesetzt werden. WICHTIG! Geben sie den Hinweis auf ein mögliches Hängetrauma.
     
  4. Leiten Sie gleichzeitig die Rettungsmaßnahmen ein.
    Ein mehrminütiges Hängen kann bereits verheerende Folgen haben und binnen kürzester Zeit zum Hängetrauma führen, sodass hier jede Minute zählt. Die hilflose Person muss daher so schnell wie möglich aus der Situation befreit werden, um etwa ein Hängetrauma zu vermeiden.
     
  5. Bringen Sie die hilflose Person in eine sichere Lage.
    Damit der Notarzt und das Notfallteam schnell Hilfe leisten können, müssen sie zügig bei der hilflosen Person sein. Um die Rettung nach einem Absturz an einer weit entfernten Windkraftanlage zu beschleunigen, sollten Sie Ihre Geodaten der Notrufzentrale zur Verfügung stellen und wenn möglich das Rettungsteam an der Straße abholen.
     
  6. Führen Sie Erste-Hilfe-Maßnahmen durch.
    Hat sich der Verunglückte verletzt, müssen die Anwesenden Erste-Hilfe leisten und in schwerwiegenden Fällen auch zusätzliche Notfallmaßnahmen durchführen, z.B. einen Beckengurt anlegen, wenn sich die abgestürzte Person vermutlich das Becken gebrochen hat. 
  1. Übergeben Sie die abgestürzte Person an den Rettungsdienst.
    Sobald der Notarzt und/oder das Rettungsteam vor Ort eingetroffen sind, informieren sie diese über den genauen Absturzhergang. Alle weiteren Maßnahmen werden dann vonseiten des Rettungsdienstes eingeleitet. 

 

 

Reparatur & Wartung nach einem Absturz

Kommt es zu einem Absturz mit darauffolgenden Rettungsmaßnahmen, muss die gesamte Ausrüstung geprüft bzw. ausgetauscht werden. Die Reparatur und Wartung eines betroffenen Sicherungssystems beinhaltet folgende Schritte:

 

  • Einezertifizierte sachkundige Person überprüft die gesamte Absturzsicherung inklusive Rettungsmittel. 
  • Das Sicherungssystem wird ausführlich überprüft sowie belastete und verformte Bauteile kompromisslos ersetzt. Gleiter und PSAgA (Gurte, Seile, etc.) müssen komplett getauscht werden.
  • Der Hersteller bzw. dafür ausgebildete sachkundige Personen führen eine professionelle Überprüfung der Rettungsgeräte durch.

 

Hinweis

Wir bieten zum Thema Personenrettung bei Absturz eine Rescue Schulung an. Nach absolvierter Schulung sind Sie in der Lage Menschen in Notlage zu helfen und stabilisieren. Dort erfahren Sie auch alles rund um das Thema Rettungskonzept, Rettungskette, Auswahl der richtigen PSAgA und vieles mehr.

 

 

Fazit: Ganzheitliche Rettungskonzepte benötigen Übung

Stürzt ein Wanderer in den Bergen ab, so sind seine Begleitpersonen schnell überfordert und geraten eventuell selbst in Panik. Anders sollte das bei ausgebildeten Industriekletterern sein, die ihr theoretisches Wissen im Notfall ruhig, schnell und sicher in die Tat umsetzen. 

 

Das allerdings erfordert viel Übung sowie ein durchdachtes, ganzheitliches Rettungskonzept basierend auf einer vorherigen Gefährdungsbeurteilung. Rettungsmaßnahmen müssen einem klaren Ablauf folgen, alle Beteiligten haben Verantwortung für sich bzw. andere und es hat eine regelmäßige Überprüfung der gesamten Ausrüstung zu erfolgen. 

 

Nur dort, wo sich alle Beteiligten der Gefahrensituation bewusst sind und Sicherungs- sowie Rettungsmaßnahmen kompetent durchführen können, lassen sich Unfälle vermeiden und im Falle des Falles Leben sichern. 

 

In unserer kostenlosen Checkliste finden Sie weitere nützliche Informationen zur Seilzugangstechnik an Fassaden und Gebäuden.

 

 

Checkliste für den Einbau von Absturzsicherungen an Fassaden

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Über INNOTECH GmbH

Die 2001 gegründete INNOTECH Arbeitsschutz GmbH ist ein Familienunternehmen mit Hauptsitz in Kirchham, rund 60 km südlich von Linz. Das Unternehmen setzt von Anfang an internationale Standards im Bereich Arbeitssicherheit und forciert die Weiterentwicklung innovativer Produkte in verschiedenen Branchen. INNOTECH hat sich, als einer der größten Hersteller in Europa, auf die Produktion von Anschlageinrichtungssystemen spezialisiert.

Im Bereich Arbeitssicherheit gilt INNOTECH als Mitautor der Planungsgrundlagen zur ÖNORM B 3417 und ist Mitbegründer des internationalen Arbeitskreises D.A.CH.S., einer Arbeitsgruppe von Experten aus Deutschland, Österreich, Schweiz und Südtirol, die sich zum Ziel gesetzt hat, länderübergreifende Regelungen für Absturzsicherungen zu schaffen. Der Spruch „So sichern Sie Leben“ soll auf appellierende Weise für Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit sensibilisieren und deren Notwendigkeit thematisieren. Arbeitssicherheit ist kein Thema von Quantität, sondern von Qualität. Seit Firmengründung ist dies die Philosophie von INNOTECH.

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