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08.07.2021

Warum Absturzsicherung immer günstiger ist als ein Absturz

Eine sach- und fachgerechte Absturzsicherung verursacht Kosten, welche sich jedoch auf langfristige Sicht lohnen.

Als Karl R. am Donnerstagabend das Büro verlässt und sich auf den Weg ins Krankenhaus macht, fühlt er sich um zehn Jahre gealtert. Gegen Mittag, während die ersten Arbeiter sich bereits gemächlich auf den Weg in die Mittagspause machten, durchdrang plötzlich ein Schrei die Halle, gefolgt von einem lauten Scheppern und dem ohrenbetäubenden Kreischen der hinteren Fertigungsmaschine. Erschrocken hielten die anwesenden Mitarbeiter inne und sekundenlang schienen alle die Luft anzuhalten.

 

Dann kam jäh Bewegung in die Belegschaft. Einige rasten sofort dorthin, wo der Schrei erklungen war, andere ließen alles stehen und liegen, um die Maschine zum Stillstand zu bringen. Karl R. stürmte ebenfalls los und fischte dabei sein Handy aus der Hosentasche. Neben der großen Fertigungsanlage entdeckte er eine Gruppe von Arbeitern, die zwei am Boden kniende Männer umringten. Zwischen ihnen der bewegungslose Körper eines Technikers in Schutzausrüstung. Noch bevor er bei der Gruppe angekommen war, drückte Karl bereits die Wahltaste und gab den Absturzunfall der Notrufzentrale durch.

 

Den restlichen Tag kümmerte sich der Geschäftsführer um Schadensbegrenzung, Fragen zu Haftung und Rechtsgrundlagen und eine ungefähre Kostenschätzung, die sehr viel höher ausfiel als befürchtet. Vielmehr machte ihm aber der entstandene Personenschaden zu schaffen und er legte sich gedanklich passende Worte für seinen langjährigen und zuverlässigen Mitarbeiter zurecht, während er durch die automatische Eingangstür der Klinik ging.

 

Wie es für den Industriebetrieb aus Salzburg weiterging und warum Absturzsicherung immer günstiger ist als ein Absturz, erfahren Sie in diesem Beitrag.

 

Was genau ist eigentlich ein Absturz?

Wie sich später herausstellte, ist der verunglückte Industrietechniker aus Salzburg durch eine Unachtsamkeit abgerutscht, während er auf der Fertigungsanlage Reparaturen vornahm. Dabei ist das schwere Werkzeug in die Maschine gefallen, wo sie erheblichen Schaden angerichtet hat. Die genauen Umstände des Absturzes müssen noch geklärt werden, unter Umständen wurde der Auffanggurt nicht richtig getragen.

 

Unter einem Absturz sind laut baua: (Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin) folgende Situationen zu verstehen:

  • das Herabfallen auf eine tiefer gelegene Fläche oder einen Gegenstand
  • das Durchbrechen durch eine nicht tragbare Fläche 
  • das unkontrollierte Abgleiten bei Arbeiten auf geneigten Flächen über eine Absturzkante

Ein Absturz ist als Arbeitsunfall zu betrachten, der laut WKO bestimmte Pflichten des Dienstnehmers und Dienstgebers nach sich zieht, wie die Unfallmeldung, Aufzeichnungspflicht und Evaluierung der unfallbedingten Vorkommnisse. 

 

cta hanbuch absturzsicherung

 

Welche Kosten verursachen absturzbedingte Arbeitsunfälle?

Glücklicherweise waren Notarzt und Krankenwagen nach dem Unfall in der Industriehalle sofort vor Ort, sodass der abgestürzte Techniker schnell versorgt werden konnte und sich vollständig erholen wird. Trotzdem fällt er für mehrere Wochen aus, denn neben einer Gehirnerschütterung, Prellungen und Schürfwunden hat er sich auch das Schlüsselbein und Handgelenk gebrochen. Dies ist einer von mehreren Kostenpunkten, die für den Salzburger Industriebetrieb aufgrund des Absturzunfalls entstehen:

 

  • Krankheitsbedingte Ausfallzeit: 
    Die Gehaltszahlung inkl. Lohnnebenkosten sind für den verletzten Mitarbeiter während seiner zwei- bis dreimonatigen Ausfallzeit weiterzuführen, ohne dass dieser seinen Tätigkeiten nachkommen kann.
  • Ersatz: 
    Als Ersatz für den ausgefallenen Techniker machen seine Kollegen vielleicht bezahlte Überstunden oder das Unternehmen entscheidet sich für die Neueinstellung eines Facharbeiters. In jedem Fall entstehen auch hier Gehaltskosten inkl. Lohnnebenkosten, um den abgestürzten Kollegen zu vertreten.
  • Stillstand der Maschine: 
    Während die Fertigungsmaschine stillsteht, kommt es zu einem Produktionsverlust von mehreren Stunden oder Tagen sowie Reparaturkosten. Führt dies außerdem zu Lieferschwierigkeiten oder Qualitätseinbußen, muss mit weiteren Folgekosten gerechnet werden.
  • Drohende Strafen: 
    Wenn Gutachter und Gerichte fahrlässiges Verhalten der Betreiber des Unternehmens bzw. der Anlage aufgrund von Scheinsicherheit nachweisen, drohen ihnen Strafen, etwa wegen Missachtung und Verstoß gegen das ASchG, die MSV oder die PSA-V.
  • Nicht kalkulierbare Kosten: 
    Allein der Verdacht auf fahrlässiges Verhalten den eigenen Mitarbeitern gegenüber kann verheerende Folgen für einen Betrieb haben, etwa einen spürbaren Imageverlust und ein nachhaltig beschädigtes Employer Branding.

 

Welche Kosten verursacht die Absturzsicherung?

Obwohl die Anwälte von Karl R. und die der Montagefirma wohl noch vor Gericht darüber streiten werden, wer für den Absturzunfall an der Fertigungsmaschine verantwortlich gemacht werden muss, steht für den Geschäftsführer fest, dass er die Arbeitssicherheit dringend erhöhen muss. Gemeinsam mit seiner Sicherheitsfachkraft geht er das Thema Absturzsicherung noch einmal an. Auf den Industriebetrieb kommen einmalige und wiederkehrende Kosten zu:

 

Einmalige Investitionskosten für echte Absturzsicherung

  • Planung und Montage des Sicherungssystems: 
    Planung (evtl. Erarbeitung einer Sonderlösung), Materialkosten, Stundensätze für Monteure, eigene Mitarbeiter und Fremdarbeiter (z.B. zusätzlicher Statiker), Anfahrtskosten, Dokumentation der montierten Absturzsicherung (kostenlos mit INNO|doc).
  • PSA-Ausstattung:
    Persönliche Schutzausrüstung für alle befugten Mitarbeiter, wie Sicherheitsschuhe, -brille, -handschuhe, Auffanggurte, Karabiner etc.

 

Wiederkehrende Kosten für die sach- und fachgerechte Absturzsicherung

  • Wartungskosten:
    Jährliche Begutachtung der Absturzsicherung inklusive PSA und Rettungsmaßnahmen durch eine geschulte Sicherheitsfachkraft und evtl. Reparatur sowie Ersatzteile.
  • Präventionsbedingte Qualifizierungsmaßnahmen: 
    Jährliche PSAgA-Schulung, Rescue Schulung für alle Mitarbeiter, alle drei Jahre zertifizierte Schulung für Sicherheitsfachkraft.
  • Sicherheitstechnische und arbeitsmedizinische Betreuung:
    Von einem TÜV- und Ziviltechniker erarbeitete Anwenderanleitung, um Mitarbeiter in die Absturzsicherung einzuweisen sowie Unterweisung in Rettungsmaßnahmen durch interne oder externe Sicherheitsfachkraft.

 

Präventionsbilanz für Unternehmen: Absturzsicherung lohnt sich

Eine sach- und fachgerechte Absturzsicherung verursacht Kosten, die zum Teil fortlaufend sind. Diese lohnen sich allerdings langfristig, wie der DGUV-Bericht Berechnung des internationalen“Return of Prevention” für Unternehmen ergeben hat. Die Präventionsbilanz des betrieblichen Arbeits- und Gesundheitsschutzes der befragten Firmen zeigt, dass pro Mitarbeiter die jährlichen Präventionskosten durchschnittlich € 1.200,- betragen, der Präventionsnutzen aber € 2.645,- ist. Dies ergibt einen Präventionserfolg von € 1.445,-. Die AUVA (Allgemeine Unfallversicherungsanstalt) kommt in einem aktuellen Forschungsprojekt zu einem ähnlichen Ergebnis: “Die Auswertungen haben ergeben, dass ein Arbeits- und Wegunfall dem Arbeitgeber im Mittel einen betriebswirtschaftlichen Schaden von rund € 2.500,- verursacht!.”

 

Was der Bericht rechnerisch belegt, gilt für alle Ebenen eines ganzheitlichen Sicherheitskonzepts, das Arbeitskräfte vor und im Falle eines Absturzes schützt. Absturzsicherung ist immer günstiger als ein Absturz, denn die investierten Kosten fallen geringer aus als der Preis für die nicht abschätzbaren Konsequenzen. 

 

Hierbei zählen nicht nur die realen Kosteneinsparungen durch vermiedene Betriebsstörungen, Überstunden, Produktionsausfall etc. dank echter Absturzsicherung. Sondern auch der Wertzuwachs des Unternehmens durch ein höheres Image, zufriedene und produktive Mitarbeiter, nachhaltige Qualitätsorientierung und eine starke Unternehmensmarke. Denn die Auswirkungen auf einen Industriebetrieb, dessen Verantwortliche nach einem Absturzunfall wegen Fahrlässigkeit zur Rechenschaft gezogen werden, stellen eine ernst zu nehmende Existenzgefahr dar. 

 

Fazit: Absturzsicherung ist immer günstiger als ein Absturz

Als Karl R. am Krankenbett des Technikers sitzt, der wenige Stunden zuvor aus 5 Metern Höhe abgestürzt ist, schaut er in ein bleiches, aber versöhnliches Gesicht. „Chef, da haben wir echt Mist gebaut.” 

„Ich weiß. Das wird nicht noch einmal passieren.”

Der Geschäftsführer schaut seinem loyalen Mitarbeiter hinterher, als der in seinem Bett in den OP geschoben wird und verlässt das Zimmer mit einer Mischung aus Schuldgefühlen und Erleichterung. 

 

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Über INNOTECH GmbH

Die 2001 gegründete INNOTECH Arbeitsschutz GmbH ist ein Familienunternehmen mit Hauptsitz in Kirchham, rund 60 km südlich von Linz. Das Unternehmen setzt von Anfang an internationale Standards im Bereich Arbeitssicherheit und forciert die Weiterentwicklung innovativer Produkte in verschiedenen Branchen. INNOTECH hat sich, als einer der größten Hersteller in Europa, auf die Produktion von Anschlageinrichtungssystemen spezialisiert.

Im Bereich Arbeitssicherheit gilt INNOTECH als Mitautor der Planungsgrundlagen zur ÖNORM B 3417 und ist Mitbegründer des internationalen Arbeitskreises D.A.CH.S., einer Arbeitsgruppe von Experten aus Deutschland, Österreich, Schweiz und Südtirol, die sich zum Ziel gesetzt hat, länderübergreifende Regelungen für Absturzsicherungen zu schaffen. Der Spruch „So sichern Sie Leben“ soll auf appellierende Weise für Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit sensibilisieren und deren Notwendigkeit thematisieren. Arbeitssicherheit ist kein Thema von Quantität, sondern von Qualität. Seit Firmengründung ist dies die Philosophie von INNOTECH.

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