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17.06.2021 / CEO Christoph Reiter, MSC

Scheinsicherheit in Industriebetrieben - So entsteht echte Absturzsicherung

Scheinsicherheit ist gefährlich, denn die Mitarbeiter und Kollegen vor Ort verlassen sich auf das bestehende Sicherheitskonzept.

Als das Gebrüll einsetzt, befinden sich die Abteilungsleiter und Manager des Industriebetriebs in Kärnten gerade in einer Besprechung. Erschrocken zucken Köpfe nach oben und es herrscht einen Moment Stille im Raum. Dann springen die ersten von ihren Stühlen auf und sprinten nach unten in die Halle. Der Anblick des Mitarbeiters, der dort in 10 Meter Höhe in seinem Auffanggurt von der Deckenhalterung baumelt, ist erschreckend.

 

Sein Gesicht ist blass und er scheint nicht bei Bewusstsein zu sein. Unter ihm laufen Kollegen chaotisch um die riesige Maschine herum und brüllen kaum verständliche Befehle. „Holt doch den Mann da runter”, donnert die Stimme des Geschäftsführers durch den Raum. „Ja Chef”, ruft ein Techniker zurück. „Aber wie?”

 

Diese Situation ist ein klassischer Fall von Scheinsicherheit, also nicht ausreichende oder falsche Sicherheitsvorkehrungen. Der abgestürzte Mitarbeiter hat sich zwar mit einer persönlichen Schutzausrüstung gesichert, doch echte Absturzsicherung besteht aus vielen aufeinander abgestimmten Schutzmaßnahmen, die systematisch geplant und umgesetzt werden müssen.

 

Hier etwa klar geregelte und schnelle Rettungsmaßnahmen sowie das korrekte Tragen des Sicherheitsgurtes, um aufgrund der einschneidenden Seile nicht bewusstlos zu werden. Scheinsicherheit in Industriebetrieben birgt die Gefahr eines Absturzes mit verheerenden Folgen. Um dies zu vermeiden, brauchen Firmen ein verlässliches Sicherheitskonzept. 

 

Lesen Sie weiter und erfahren Sie, wie aus Scheinsicherheit echte Absturzsicherung in Industriebetrieben wird.


Wie entsteht Scheinsicherheit in Industriebetrieben?

Im Falle des abgestürzten Mitarbeiters in einem Kärntner Industriebetrieb waren Sicherheitsvorkehrungen vorhanden, aber nicht ausreichend bzw. falsch, sodass es zu einer Gefährdung der abgestürzten Person gekommen ist. In einem solchen Fall sprechen Sicherheitsexperten von Scheinsicherheit

 

Die technischen Arbeitsschutzmaßnahmen wie Seile, Befestigungen und Absperrungen waren vorhanden und der Mann hatte auch seine persönliche Schutzausrüstung an, doch der Auffanggurt war nicht richtig befestigt, sodass er ihm beim Absturz die Blutzufuhr abgeklemmt hat. Außerdem waren die organisatorischen Arbeitsschutzmaßnahmen nicht ausreichend, denn keiner der Anwesenden kannte den Rettungsplan und konnte den abgestürzten Kollegen umgehend aus der lebensbedrohlichen Situation retten.

 

 

Welche Gefahren birgt Scheinsicherheit in der Industrie?

Da die Sanitäter schnell vor Ort waren, konnte der abgestürzte Industrietechniker schnell versorgt werden und hat das Krankenhaus nach wenigen Tagen wieder verlassen. Doch nicht immer gehen Arbeitsunfälle so glimpflich aus und die Gefahren von Scheinsicherheit sind für Firmen nicht zu unterschätzen:

 

  • Verletzung oder Tod des Mitarbeiters aufgrund eines Absturzes
  • Hohe Kosten durch Ausfall des Verletzten, Stillstand der Maschinen, steigende Versicherungsprämien etc.
  • Untersuchung und evtl. Konsequenzen wegen fahrlässigem Verhalten gegen die verantwortliche Person, z.B. Geschäftsführer oder Sicherheitsexperte
  • Imageverlust für die Firma
  • Im schlimmsten Fall: Existenzgefahr für den Industriebetrieb

 

cta hanbuch absturzsicherung

 

Wie schaffen Industriebetriebe echte Absturzsicherung?

In Betrieben mit echter Absturzsicherung lassen sich die Gefahren für Personen, Sachgegenstände und das Unternehmen selbst deutlich reduzieren. Absturzunfälle sind natürlich trotzdem möglich, doch ist die Wahrscheinlichkeit sehr viel geringer und die Einstufung als Unfall ohne fahrlässiges Verhalten ist gewährleistet. Folgende 6 Aspekte sind für ein ganzheitliches Sicherheitskonzept zu berücksichtigen.

 

Absturzsicherung in 6 Schritten:

 

1. Die Untergrundprüfung:

Bevor eine Absturzsicherung montiert wird, muss im ersten Schritt der vorliegende Untergrund bzw. die Unterkonstruktion ermittelt werden, damit die nach DIN EN 795 (Anschlageinrichtungen) geprüften Produkte zur Absturzsicherung korrekt ausgewählt werden können.

 

Für den Auftraggeber hält beispielsweise das Trapezblechdach aus Aluminium für ein Trapezdach aus Stahl und er gibt diese falsche Information an die Montagefirma weiter, die daraufhin die falschen Befestigungsmaterialien wie Schrauben oder Klemmen bestellt. Werden diese Produkte montiert, ist die angebrachte Absturzsicherung nicht echt, sondern scheinsicher.
 

2. Die Planung:
Um sicherzustellen, dass die ausgewählten Anschlageinrichtungen korrekt und effizient montiert werden, sollte ein erfahrener Spezialist für Absturzsicherung das Sicherungssystem planen. Dabei wird er oder sie auch mit Experten aus anderen Fachbereichen Rücksprache halten, beispielsweise, um die Anzahl und Position der Bohrungen in Stahlträgern mit einem Statiker abzuklären.

 

Das notwendige Fachwissen für die Planung der Absturzsicherung erlangen Montagefirmen oder Sicherheitsexperten in speziellen Planungsschulungen, für die sie ein Zertifikat erhalten. Tools, wie INNO|plan unterstützen die Planer dabei, für echte Absturzsicherung in den Betrieben zu sorgen.
 

3. Die Montage:
Scheinsicherheit entsteht auch durch Montagefehler, wenn etwa Produktbeschreibungen und Montageanleitungen missachtet werden. I.d.R. wird jede Anschlageinrichtung mit den passenden und geprüften Befestigungsmitteln sowie mit leicht verständlichen Produktbeschreibungen in bis zu 25 Sprachen geliefert. Außerdem stehen detaillierte Montage-Checklisten zur Verfügung, die beispielsweise genau angeben, welche Bohrer, Klemmen o.Ä. verwendet werden müssen.

 

Hintergrund dieser sorgfältig Arbeit ist, dass die mitgelieferten Produkte und Anweisungen aufgrund Ihrer kontrollierten Überprüfung für echte Absturzsicherung sorgen. Dieses Garantieversprechen ist hinfällig, wenn alternative, nicht geregelte oder konforme Produkte bzw. Hilfsmittel etwa aus Baumärkten verwendet werden. Denn das Befestigungsmittel mag ähnlich sein, doch ob es einen Pendelsturz aus mehreren Metern Höhe aushält, ist nicht nachgewiesen.
 

4. Die Dokumentation:
Im nächsten Schritt muss die Absturzsicherung akribisch und mit Bildern dokumentiert werden, da dieses Prüfprotokoll Grundlage für die obligatorische Jahresprüfung sowie für die Begutachtung im Falle eines Absturzunfalls ist.

 

Das Montage- und Abnahmeprotokoll wird im Anschluss unterzeichnet an den Auftraggeber übermittelt, um zu bestätigen, dass die Vorrichtung in allen Punkten dem erforderlichen Sicherheitsstandard entspricht. Mithilfe des intuitiven INNO|doc Montagetools ist die Dokumentation rasch und sachgerecht erledigt, denn die Prüfer füllen alle Checklisten am Smartphone aus und laden die passenden Handybilder direkt hoch.
 

5. PSA gegen Absturz:
Die persönliche Absturzausrüstung (PSA) ist ebenfalls ein wichtiger Faktor, um Scheinsicherheit in Industriebetrieben zu vermeiden. Zum einen muss jeder Nutzer der Absturzsicherung die richtige und seine eigene PSA erhalten, die auf die individuellen EInsatzbereiche und die vorliegenden Anlagen abgestimmt ist. Auch individuelle Anforderungen wie das mögliche Durchscheuern an der Absturzkante gilt es zu berücksichtigen. Zum anderen müssen Industriekletterer an PSAgA-Schulungen teilnehmen.
 

6. Rettungsmaßnahmen:
Schließlich sind auch die Rettungsmaßnahmen bestehend aus Rettungsplan und Rettungssystem essentieller Bestandteil echter Absturzsicherung. Wäre der abgestürzte Mitarbeiter aus unserem Beispiel länger als 20-30 Minuten in der Aufhängung geblieben, bestünde die Gefahr eines Hängetraumas, bei dem die Blutzufuhr unterbrochen wird, was bis zum Tod führen kann. Hintergundwissen finden Anwender beispielsweise in Tutorials bei MARK Safe a Life auf Youtube.

 

Was ist Absturzsicherung also? 

Die Definition von Absturzsicherung in den technischen Regelungen für Arbeitsstätten (ASR) in Deutschland lautet: “zwangsläufig wirksame Einrichtung, die einen Absturz auch ohne bewusstes Mitwirken der Beschäftigten verhindert, z.B. eine Umwehrung [...] oder Abdeckung”

 

In Industriebetrieben sichert und schützte die Absturzsicherung alle dort tätigen Personen bestmöglich vor und im Falle eines Absturzes. Es handelt sich um ein ganzheitliches Sicherheitskonzept auf Basis sach- und fachgerechter Vorrichtungen, die einen Absturz in gefährdeten Bereichen verhindern (primäre Absturzsicherung) oder herabstürzende Personen bzw. Materialien auffangen (sekundäre Absturzsicherung). 

 

Fazit: Industriebetriebe brauchen echte Absturzsicherung

Scheinsicherheit ist gefährlich, denn die Mitarbeiter und Kollegen vor Ort verlassen sich auf das bestehende Sicherheitskonzept. Ist dieses unzureichend geplant und umgesetzt, kann dies nicht nur Menschenleben, sondern auch die Existenz des Unternehmens gefährden. Denn auf jeden Absturzunfall folgt eine Untersuchung, um fahrlässiges Handeln der Verantwortlichen mit all seinen Konsequenzen auszuschließen. Grundsätzlich gilt hier also das Credo: Lieber einmal mehr gesichert als alle zu riskieren. 

 

Möchten Sie mehr über nachhaltige Sicherheitskonzepte in Industriebetrieben erfahren? Dann laden Sie sich jetzt unser kostenloses Handbuch für Absturzsicherung in der Industrie herunter.

 

 

CTA Handbuch zur Absturzsicherung in der Industrie

Über den Autor

CEO Christoph Reiter, MSC

CEO Christoph Reiter, MSC

Ich bin seit 2008 bei INNOTECH beschäftigt und seit 2020 für die Geschäftsführung verantwortlich. Um sich für die äußeren Umwelteinflüsse gut zu rüsten, ist es für mich enorm wichtig, dass sich jeder im INNOTECH Team auf der INNOTECH Plattform wohlfühlen und weiterentwickeln kann. Ich biete im Bereich Absturzsicherungen ein langjähriges Know-how über die gesamte Wertschöpfungskette. Beginnend von der Entwicklung über die Planung von Sicherungssystemen und Fertigung, bis hin zur normgerechten Dokumentation und Abnahme.

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Über INNOTECH GmbH

Die 2001 gegründete INNOTECH Arbeitsschutz GmbH ist ein Familienunternehmen mit Hauptsitz in Kirchham, rund 60 km südlich von Linz. Das Unternehmen setzt von Anfang an internationale Standards im Bereich Arbeitssicherheit und forciert die Weiterentwicklung innovativer Produkte in verschiedenen Branchen. INNOTECH hat sich, als einer der größten Hersteller in Europa, auf die Produktion von Anschlageinrichtungssystemen spezialisiert.

Im Bereich Arbeitssicherheit gilt INNOTECH als Mitautor der Planungsgrundlagen zur ÖNORM B 3417 und ist Mitbegründer des internationalen Arbeitskreises D.A.CH.S., einer Arbeitsgruppe von Experten aus Deutschland, Österreich, Schweiz und Südtirol, die sich zum Ziel gesetzt hat, länderübergreifende Regelungen für Absturzsicherungen zu schaffen. Der Spruch „So sichern Sie Leben“ soll auf appellierende Weise für Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit sensibilisieren und deren Notwendigkeit thematisieren. Arbeitssicherheit ist kein Thema von Quantität, sondern von Qualität. Seit Firmengründung ist dies die Philosophie von INNOTECH.

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